Über 200 Jahre Brennerei

Mit Posthorn und Landwirtschaft

Hultrop und nicht das nahe gelegene Soest war 200 Jahre lang Poststation auf der königlich-preußischen Postverbindung von Berlin nach Kleve. Der regelmäßige Nachrichtenaustausch förderte die wirtschaftliche Entwicklung im Ort: Hofstellen mit bis zu 80 Pferden, Schmiede und weitere Betriebe siedelten sich an.

Hier, wo Reiter ihre Rast einlegten und Pferde wechselten, wo Boten Depeschen aufgaben und abholten, unterhielten unsere Vorfahren einen landwirtschaftlichen Betrieb. Sie pflegten die Kunst des Kornbrands, betrieben eine Gaststätte und beheimateten die Poststation.

Mit Posthorn und Landwirtschaft

Die königlich -preußische Postverbindung führte von Berlin nach Kleve. Eine Station war ab 1787 unsere Hofstelle. Aus dieser Zeit stammt unser Postschild.

Ohne Landwirtschaft kein Brennrecht

Schon damals lag die Hofstelle mit nahegelegenen Äckern und Wiesen zentral in Hultrop an der heutigen B 475.

Als landwirtschaftliche Brennerei haben unsere VorfahrenGetreide für die Brennerei stets selbst angebaut – sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten. Die Betriebsgröße der Landwirtschaft und der Brennerei mussten aufeinander abgestimmt sein. Schließlich berechnete sich das Brennrecht für eine bestimmte Menge Alkohol nach der landwirtschaftlichen Grundfläche. Und die als Restprodukt anfallende Schlempe bildete ein hochwertiges Futter für den eigenen Viehbestand.

Rohstoff Korn

Schon für unsere Vorfahren galt das Reinheitsgebot für klare Spirituosen. Danach dürfen nur Rohstoffe, wie Weizen, Roggen, Gerste, Buchweizen und Hafer eingesetzt werden. Ausgangsprodukt muss das ganze Getreidekorn sein.

Demontage und staatlicher Zwang

Doch auch unser Unternehmen musste Rückschläge hinnehmen. So wurden im Ersten Weltkrieg zwangsweise die Brennanlagen demontiert um Eisen und Kupfer für die Rüstungsindustrie zu gewinnen. Dafür gelang nach dem Krieg der Neuaufbau mit technisch besseren und leistungsfähigeren Anlagen. Einige davon nutzen wir bis heute.

Und im Zweiten Weltkrieg galt es, vorgegebene Mengen Alkohol und Spirituosen herzustellen. Als Rohstoff mussten verstärkt Kartoffeln eingesetzt werden. Die produzierten Getränke waren vor allem an Zechen des Ruhrgebiets und Dienststellen der Wehrmacht zu liefern.

Nach dem Krieg verboten die Alliierten zunächst die Inbetriebnahme der Brennanlage. Der Neuaufbau gelang dann mit großem Engagement: Nicht mehr nur Kornbrand, sondern zunehmend Frucht- und Kräuterliköre fanden neue Freunde.

Auftragsbuch

Ein früheres Auftragsbuch mit Bestellungen von 18 Jahren.

Mit Qualität gegen den Trend

Produzierten bis in die 1960er Jahre in vielen Orten kleine und mittelgroße Kornbrennereien eigene Getränke, so änderte sich dies in den Folgejahren. Immer mehr Unternehmen erzeugten nur noch Rohalkohol und verkauften diesen an die Monopolverwaltung.

Nicht so unsere Vorfahren: Sie pflegten ihr Wissen und veredelten unverändert selbst gebrannten Alkohol zu schmackhaften Getränken. Zusätzlich haben wir seit den 1980er Jahren unsere Anlagen stetig modernisiert und schon sehr früh mit automatischer Steuerungstechnik ausgelegt. In dieser Kombination aus Erfahrungswissen, Innovationskraft und der optimalen Nutzung von Technik liegt bis heute unsere besondere Stärke und Konkurrenzfähigkeit.

2013 übergab Wilhelm Northoff die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Stefan. Dennoch begleitet er mit seiner Expertise unverändert unsere Arbeit, besonders auch die unseres Brennmeisters.

Steuerung

Wir setzen uns für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol ein. Bitte bestätigen Sie, dass Sie das Mindestalter für den Konsum unserer Spirituosen erreicht haben.
Sind Sie mindestens
18 Jahre alt:
Schade, aber Sie sind noch keine 18 Jahre alt!